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Sie gießen Öl ins Feuer

Erbitterte Diskussionen entstanden bei dem Versuch der Vereinten Nationen (UN), bei einer zweitägigen Konferenz die gegensätzlichen Interessen von verfeindeten Bürgerkriegsparteien, dem Internationalen Roten Kreuz (IRK) und Deutschlands in konstruktive Friedensverträge zu verwandeln.

 

"Waffenstillstand ist eine gute Idee, aber langfristig muss das Übel an der Wurzel gepackt werden", so der Wortbeitrag eines Schülers während der Konferenz am ersten Tag. Entsprechend hart wurde am zweiten Tag weiter verhandelt, Kompromisse gefunden und diese dann durch veränderte Rahmenbedingungen doch wieder über den Haufen geworfen.

Im Rahmen des Politik-Unterrichts der Schulen Rahn nahmen 21 Fachoberschülerinnen und -schüler unter Anleitung ihrer in einem Wochenendseminar geschulten Mitschülerinnen Nele Baumgärtner, Roxanna Gilster, Thanh Thuy-Anh Nguyen und Chiara Laeticia Strecker-Knispel, die die Vereinten Nationen repräsentierten, teil. Gruppenweise wurde die Fachoberschulklasse anfangs in ihre jeweilige Länderrolle eingeführt, was sie für ihr Land oder ihre Organisation erreichen und welche Eigeninteressen als Diskussionsgrundlage dienen sollen. Durchgeführt wurde ein politisches Planspiel, bei dem die Beteiligten als Vertretung verschiedener Staaten versuchen, eine gemeinsame Lösung für einen Konflikt zu finden, bei dem das Humantitäre Völkerrecht verletzt wird. Das Experiment befasste sich mit vielfältigen Bereichen, unter anderem mit Ressourcenkonflikten, Handelsbeziehungen und dem Thema soziale Gerechtigkeit. Diese Jugendrotkreuz-Kampagne zielt darauf ab, Jugendlichen die Inhalte des Humanitären Völkerrechts zu vermitteln und sie dabei zu unterstützen, Soldarität mit Schwächeren zu üben.

"Bürgerkriege, Flüchtlinge, Wirtschaftsinteressen, sich einmischen oder nicht", resümiert Claudia Eckhardt, verantwortliche Lehrkraft für das Projekt. "Angesichts der aktuellen Politik hat dieses Planspiel einen unmittelbaren Bezug zur Realität". Ein vernünftiges Verhandlungsergebnis für alle war in diesen zwei Tagen unmöglich zu erreichen, da zu viele unterschiedliche Interessen aufeinander prallten, so das Fazit der Beteiligten. Die Schulen Rahn werden durch dieses Experiment und Dank ihrer gesammelten Gelder für den Bus der Astrid-Lindgren-Schule zum sechsten Mal in Folge die Auszeichnung als "Humanitäre Schule" erhalten.