Wirtschaftsschule Rahn Wirtschaftsschule Rahn

Besuch der Pulverfabrik Liebenau

"Hitler gab die Befehle, aber es gab viele, die diese Befehle ausführten"

Die Wirtschaftsschule Dr. P. Rahn besichtigte zusammen mit der Jugendwerkstatt Nienburg das ehemalige Zwangsarbeiterlager in Liebenau. Martin Guse, Geschäftsführer der "Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e. V." führte zwei Klassen der Schule Rahn und die Jugendwerkstatt Nienburg durch das weiträumige Waldgebiet.

Begleitet von der Politik-Lehrkraft Claudia Eckhardt, dem Werkstattpädagogen Karsten Schröter sowie der FSJ-Kraft Bente Laege wurden den Jugendlichen die Geschichte sowie die Einzelschicksale von Zwangsarbeiterinnen  und Zwangsarbeitern der Pulverfabrik Liebenau näher gebracht. Fotos, Lagerskizzen, die Besichtigung einiger Gebäude und Berichte über einzelne Schicksale waren Teil der mehrstündigen Führung. Die Aussagen von Überlebenden, die Haltung der einheimischen Bevölkerung und das Handeln der lokalen Behörden in der NS-Zeit wurden dabei thematisiert. Über 2000 Menschen starben in der Liebenauer Pulverfabrik. Insgesamt arbeiteten dort über 20000 Menschen - ca. 11000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, ca. 6000 Häftlinge aus Arbeitslagern und ca. ca. 3000 sowjetische Kriegsgefangene. "Die jüngste Zwangsarbeiterin war 13 Jahre, als sie nach Liebenau verschleppt wurde, die anderen waren in Eurem Alter," dieser direkte Bezug erzeugte Nachdenklichkeit. Ein Zwangsarbeiterlager direkt vor der Haustür, aber vielen trotzdem unbekannt, diese Erfahrung mit Jugendlichen führte zu dieser Exkursion, bei der es immer wieder auch um die Verantwortung für das eigene Handeln, das Mitläufertum und um Zivilcourage in der heutigen Zeit ging.