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Herausforderung für Familie und Schule: das Homeschooling

Fernunterricht nach Stundenplan kann Struktur und Sicherheit schaffen

Fernunterricht stellt Schülerinnen und Schüler, alle Eltern sowie die Schulen vor besondere Herausforderungen: Ob fehlendes digitales Equipment, schwache Internetverbindungen oder unklare Abläufe im Homeschooling. Fernunterricht wird vielerorts unterschiedlich durchgeführt und organisiert.

Wie die private Rahn-Schule ihren Fernunterricht gestaltet, berichtet Schulleiter Sebastian Sonntag im persönlichen Gespräch wie folgt: „An den Schulen Rahn wurde von Anfang an ein eigener Weg gewählt. Nach dem ersten Lockdown im vergangenen März musste innerhalb kürzester Zeit flexibel auf die ungewohnte Situation reagiert werden. Dies ist besonders für eine Privatschule relevant, da diese Schulgelder erheben muss und nicht stattfindender Präsenzunterricht dem entgegensteht. Wir waren als Kollegium aufgefordert zügig unser Schulangebot digital anzupassen.“

Schülerinnen und Schüler erhalten seitdem kostenfreie schuleigene iPads als Leihgabe von der Schule gestellt, um mit Equipment am Fernunterricht teilnehmen zu können. In Klasse 5 wurde bereits zu Beginn des Schuljahres im Präsenzunterricht zusätzlich zur Stundentafel das Fach Medienkunde eingeführt. „Unsere jetzigen 5. Klässler können PDF hochladen, Dokumente und Videos erstellen und sind bereits vor dem Lockdown auf den souveränen Umgang mit der Technik vorbereitet worden. Das kommt uns nun in Zeiten eines langen Lockdowns zugute.“, berichtet Sonntag.

Der Unterricht findet gemäß des vorhandenen Stundenplans statt. Die Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler wird zu Beginn der jeweiligen Stunde über eine Videokonferenz oder das Aufgabenmodul festgestellt. Auf diese Weise wird der normale Unterricht in digitaler Form gestartet und die Schülerinnen und Schüler haben einen geregelten Tagesablauf. Auch ist damit das Ende des Unterrichts klar definiert. Damit jeder erreicht werden kann und auch bei technischen Herausforderungen seine Schulaufgaben erhält, ist zusätzlich zur Schulstunde die Aufgabe auf dem Schulserver bereitgestellt. Währenddessen stehen die Lehrerinnen und Lehrer in der Videokonferenz, über den Messenger oder auch per Telefon und Mail zur Verfügung. Falls die Motivation bei dem einen oder anderen einmal fehlen sollte, kann reagiert werden und das Gespräch mit den Eltern gesucht werden. „Somit fällt uns keiner durch und wir können fast jedem zum Schulerfolg verhelfen.“

Besonders den jüngeren Schülerinnen und Schülern kann dieses Vorgehen die dringend notwendige Struktur im Lernalltag geben und somit die Gefahr reduzieren, dass die Schülerinnen und Schüler bis in den Nachmittag an den Aufgaben beschäftigt sind. Die Ergebnisse werden normalerweise zum Ende der Schulstunde hochgeladen.

Neben individuellem Feedback für ihre Aufgaben erhalten die Schülerinnen und Schüler Musterlösungen, damit alle auf dem gleichen Lernstand sind. In den Videokonferenzen werden darüber hinaus Ergebnisse besprochen sowie gemeinsam virtuelle Tafelbilder erstellt.

Eine Rückkehr zum Präsenzunterricht ist für alle zwingend erforderlich, meint Sonntag. Bis dahin führt er an, „…das System ist sicherlich nicht fehlerfrei, aber das, was derzeit möglich und pädagogisch sinnvoll ist.“  Die Schülerinnen und Schüler, die Schule sowie das gesamte Kollegium sind durch die Umstände sehr gefordert. Auch wenn die Situation die Digitalisierung vorantreibt, ist ein baldiges Zurückkehren zum Präsenzunterricht der große Wunsch aller.

 

(Bild: = Raphael E. bewältigt den Fernunterricht von der Schule aus)