Wirtschaftsschule Rahn Wirtschaftsschule Rahn

Seminar der Wirtschaftsschule Dr. P. Rahn

"...wer sucht, findet - Feindbilder und ihre Entstehung" -

Großes Gelächter kam bei einem Film ("Der 7. Sinn) aus den 70er Jahren auf, in dem behauptet wurde, dass Frauen weder Autofahren noch Einparken können, deren zu enge Jeans beim Autofahren, hinderlich seinen und Rückspiegel von Frauen nur zum Schminken benutzt werden. Warum 32 Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule Dr. P. Rahn nicht immer darüber lachen, wenn Ähnliches heute behauptet wird, war Thema eines weiteren Seminars der Wirtschaftsschule Dr. P. Rahn.

Grundlage der Reflexion war ein durchgeführtes Experiment vor einigen Wochen, bei dem es innerhalb kürzester Zeit gelungen war, die Schülerinnen und Schüler in eine diskriminierte Gruppe der Blauäugigen und in eine überlegen agierende Gruppe von Braunäugigen zu verwandeln. Damals internalisierten beide innerhalb kürzester Zeit abstruse Aussagen des Seminarleiters über Menschen der jeweils anderen Augenfarbe. Die Behauptung, dass Ausländer Arbeitsplätze wegnähmen oder alle kriminell seien oder Frauen nicht Autofahren können, wie entstehen solche Vorstellungen im Gehirn? Der Referent Jürgen Schlicher (diversity works) verdeutlichte die Zahnräder Ideologie, Institutionen, die interpersonelle Ebene und die Internalisierung von Vorurteilen. Menschen suchen erst einmal nach der Bestätigung ihrer eigenen Vorurteile, diese Verhaltensweise wurde anhand von mitgebrachten Karikaturen, kleinen Lehrfilmen oder auch durch den Austausch der Teilnehmenden an diesem Seminartag thematisiert. Sich von den eigenen Vorurteilen lösen bedarf den Willen, Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis und richtiger Arbeit, diese Ergebnisse aus der Hirnforschung wurden vorgestellt und erläutert. "Zivilcourage ist in vielen Bereichen notwendig und möglich", so die Organisatorin und Lehrkraft der Wirtschaftsschule Dr. P. Rahn, Claudia Eckhardt. "Dieses Seminar ist eine Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler für das Thema zu sensibilisieren, die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit den eigenen Denk- und Verhaltensweisen zu fördern." Sie bedankte sich zum Abschluss bei der WABE, durch deren Vermittlung dieses Zivilcourage-Seminar im Rahmen des Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde.